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Migration – Gesundheit – Sucht

Schon immer haben sich Menschen - freiwillig oder unfreiwillig - auf den Weg gemacht, um an einem anderen Ort bessere (Über-)Lebensverhältnisse anzutreffen. In den letzten Jahren ist das Thema Migration über die Flüchtlingsbewegungen aus Kriegs- und Krisengebieten hier in Deutschland wieder sehr stark in die alltägliche öffentliche Wahrnehmung gerückt.

Menschen, die migrieren, gehen zum Teil hohe persönliche Risiken ein und haben oft traumatisierende Erfahrungen hinter sich. Inwieweit eine Person ihre (Flucht-)Erlebnisse verarbeiten kann, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab: Von individuellen Ressourcen, von Empfindsamkeit, vom Lebensalter, von familiärer Begleitung, von Erkrankungen sowie körperlicher und seelischer Belastbarkeit und auch von den Entwicklungen im Heimatland. Mit dem Ankommen in der fremden Kultur gilt es, neue Anforderungen zu bewältigen. Insbesondere belastet auch die Unsicherheit über die Bleibe-Perspektive. Die Belastungsfaktoren können zu Krisen führen und möglicherweise auch einen Suchtmittelkonsum begünstigen.

Menschen mit Migrationserfahrungen ist in der Regel der Zugang zum Hilfesystem aufgrund ihrer Sprache, ihres kulturellen Fremdseins und ihrer Unkenntnis über das Hilfesystems erschwert. Möglicherweise befürchten sie auch Repressalien und haben Ängste, ihr Problem zu benennen.

Die Drogenberatung e.V. Bielefeld engagiert sich seit vielen Jahren im Arbeitsfeld »Sucht und Migration«.

Die Drogenberatung e.V. Bielefeld legt großen Wert auf einen kultursensiblen Umgang mit hilfesuchenden Menschen und bieten Betroffenen eine respektvolle emphatische Begegnung bei der Klärung ihrer Anliegen.

Die Drogenberatung e.V. Bielefeld stellt ihre sprachlichen Kompetenzen in Englisch, Kurdisch, Türkisch, Polnisch, Russisch zur Verfügung und bietet Unterstützung bei der Vermittlung in vertrauensvolle Beratungskontakte in weiteren Sprachen.


Pasumi-Projekt

Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Modellprojekt PaSuMi zur Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuer Ansätze für selektive und indizierte Maßnahmen der Suchtprävention wurde im April 2017 ausgeschrieben. Die Drogenberatung e. V. Bielefeld - Fachstelle für Suchtvorbeugung - bekam erfreulicherweise als eine von insgesamt acht Einrichtungen die Zusage für das Projekt.


Standort Bielefeld

Im Kontext der selektiven und indizierten Suchtprävention werden geflüchtete Menschen (Peers) an vier Veranstaltungstagen zu folgenden Themen geschult:

Einheit 1

Suchtdefinition, Suchtentstehung, Suchtverlauf, stoffgebundene und stoffungebundene Abhängigkeiten, legale und illegale Suchtformen

Einheit 2

„Stoffkunde“: Suchtmittel werden näher beschrieben; Wirkung kurzzeitige und langzeitige Folgen werden vermittelt, verschiedene Konsumformen werden dargelegt

Einheit 3

Drogenhilfesystem allgemein und spezielle Hilfsangebote in Bielefeld. Verschiedene Therapie- und Selbsthilfeansätze werden erklärt. Das Thema Co-Abhängigkeit wird aufgegriffen

Einheit 4

Strafrechtliche Aspekte aus dem Betäubungsmittel-Gesetzt und dem Jugendschutzgesetz werden besprochen.

Die geschulten Peers erhalten die Schulung in deutscher Sprache. Sie verfügen über mindestens ausreichende Deutschkenntnisse und haben gute Sprachkenntnisse in ihrer Muttersprache (u.a. Arabisch, Kurdisch, Farsi etc.). Sie sind ehrenamtlich tätig, führen nach erfolgreicher Schulung zunächst fachlich begleitete Informationsveranstaltungen für geflüchtete Menschen durch. Zielgruppe sind sowohl junge Migranten*innen mit bereits erfolgtem Suchtmittelkonsum, als auch Menschen ohne Suchtmittelerfahrungen.

Im zweiten – partizipativen – Abschnitt ist die Erstellung eines Kurzfilmes mit dem Hintergrund »Flucht aus der Heimat – Ankommen in Bielefeld« geplant. Das Projekt wird mit Unterstützung des »Filmhaus Bielefeld« realisiert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit bis Dezember 2019 finanziert.

Neben der Drogenberatung e. V. Bielefeld sind folgende Einrichtungen am PaSuMi-Projekt beteiligt:

  • Aidshilfe Dortmund e.V.
  • Berliner Aids-Hilfe e.V. (BerLUN)
  • Fixpunkt e. V. (Berlin)
  • Mudra – Alternative Jugend- und Drogenhilfe Nürnberg e.V.
  • Ragazza e.V. (Hamburg)
  • SUCHT.HAMBURG
  • Vista gGmbH (Berlin).

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